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Neue Schautafel im Rathaus zeigt historischen Stadtplan von Templin

Besucher des Templiner Rathauses werden künftig im Eingangsbereich hinter der schweren alten Holztür von einer neuen großen Schautafel begrüßt. Sie ersetzt den früheren Büro-Wegweiser, der nach vielen Jahren veraltet und nicht mehr aktuell war. Stattdessen erhalten Besucherinnen und Besucher nun gleich im Portal des Gebäudes einen spannenden Einblick in die Geschichte der Stadt.


Im Mittelpunkt steht ein historischer Stadtplan von Templin, der den Zustand der Stadt vor dem verheerenden Stadtbrand von 1735 dokumentiert. Die Vorlage basiert auf einem sogenannten „Special Plan“, der 1725 von Christoph Dietrich Wanckenheim gemeinsam mit einem Grundstückskataster angefertigt wurde. Er zählt zu den wichtigsten historischen Quellen zur Stadtentwicklung Templins und zeigt die mittelalterliche Stadt in ihrer ursprünglichen Form.


Auf der Karte sind die dicht bebaute Altstadt innerhalb der vollständig erhaltenen Stadtmauer, die Wohn- und Geschäftshäuser, öffentliche Gebäude, Nebengebäude sowie Straßen und Tore dargestellt. Besonders gut erkennbar ist der mittelalterliche Stadtgrundriss mit dem Marktplatz als Zentrum und den drei Hauptstraßen, die von den Stadttoren auf den Markt zuliefen. Charakteristisch war dabei, dass keine Straße ein Stadttor direkt mit einem anderen verband – ein typisches Merkmal mittelalterlicher Stadtplanung aus Verteidigungsgründen.


Nur zehn Jahre nach der Entstehung dieser Karte wurde Templin von der größten Brandkatastrophe seiner Geschichte getroffen. Am 24. August 1735 vernichtete ein Feuer innerhalb weniger Stunden nahezu die gesamte Stadt. Lediglich die Stadtmauer, die St.-Georgen-Kapelle, Teile der heutigen Maria-Magdalenen-Kirche sowie wenige weitere Gebäude blieben erhalten. Beim anschließenden Wiederaufbau wurden die Straßen verbreitert und begradigt; der bis heute prägende barocke, rechtwinklige Stadtgrundriss entstand. Rathaus und Kirche wurden neu errichtet und das Stadtbild grundlegend verändert.


Die neue Tafel zeigt damit, wie Templin unmittelbar vor diesem einschneidenden Ereignis aussah und verdeutlicht zugleich den Wandel der Stadt vom mittelalterlichen Stadtbild zur barocken Planstadt. Bürgermeister Christian Hartphiel dankt der Templiner Firma Rieck für die Gestaltung und Ausführung dieser neuen Schautafel.


An der gegenüberliegenden Wand im Eingangsbereich des Rathauses wurde bereits vor einigen Wochen ein neuer digitaler Wegweiser-Monitor installiert, der zur Orientierung in der Stadtverwaltung dient und auch auf die im Gebäude befindlichen Nebenstellen der Kreisverwaltung hinweist. Bei Veränderungen der Büro-Strukturen im Verwaltungsgebäude kann nun immer ohne großen technischen Aufwand eine Aktualisierung der digitalen Wegweiser-Angaben erfolgen.

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